Die Stunde der Warheit
tic, tac, tic, tac....unerbittlich dreht der Sekundenzeiger seine Runden. Minute, um Minute, um Minute verstreicht, doch die Zeit scheint stehen zu bleiben. Es kommt mir vor, ich sässe schon eine halbe Ewigkeit auf diesem Stuhl. Eine Ewigkeit, die ewiger zu sein scheint als die ewigen Fortsetzungen von Gute Zeiten Schlechte Zeiten. Wie ich so vor mich hin sinniere, verschmelze ich meinen Geist mit der Ewigkeit und werde selber ein Teil von ihr. Das verstärkt das Gefühl zusätzlich, die Zeit verfliesse viel zu langsam. Zu langsam, um sie überhaupt geniessen zu können. Jeder noch so schöne Moment wird durch die Langwierigkeit der dahintröpfelnden Zeit zu einem masslos öden, bodenlosen Loch, in das ich Falle. Ohne Ziel und Sinn. Immer wieder versuche ich, irgendwie etwas zu finden um mich aus diesem Teufelskreis zu befreien. Hin und wieder kann mir das sogar gelingen, doch sprengt dieses Glücksgefühl nicht die Ketten an die ich gebunden bin. Bald finde ich mich wieder in der endlosen Spirale des Seins. Tiefer und tiefer falle ich in die fürchterliche Dunkelheit, verliere nebst dem Zeitgefühl auch noch die Orientierung. Alles verschmilzt zu einem undurchschaubaren Schleier. Ich kann nicht mehr rational denken, erledige nur reflexmässig die wichtigsten Sachen um nicht der alles schluckenden Öde zum Opfer zu fallen. Immer weiter zieht es mich in den Abgrund. Ich verliere gar die Erinnerung an den sogenannten Normalzustand. Ich scheine verloren zu sein, gebe mich schon beinahe selbst auf, da plötzlich scheint ein Ende meiner Misere in Sicht. An meinem Handgelenk befindet sich noch eine Uhr, die letzte Orientierung, die mir in diesem öden Chaos noch blieb. Ich schaue auf das Zifferblatt...: "Na endlich! Feierabend."
* The End *